Das kunstseidene Mädchen (Gottfried Greiffenhagen)

Astrid Kohrs brilliert als „kunstseidenes Mädchen“ Soviel Zulauf mochte man gar nicht erwarten: schließlich stammt der Roman Irmgard Keuns aus den beginnenden 30er Jahren, und wenn Gottfried Greiffenhagen daraus ein Stück für eine einzige Schauspielerin gemacht hat, so muß das fürwahr noch kein Argument für ein volles Haus sein. Wenn das Theater nun aber doch überaus gut besucht war, so … Weiterlesen

Ein Fünf-Sterne-Mann (Maria Manuela Reina)

Großes Interesse am Auftritt von Pierre Brice im Stadttheater Klar, daß Pierre Brice keine Mühe hatte, für ein volles Haus zu sorgen. Schließlich hat die Vorstellung, den sonst so schweigsamen Film-Winnetou im Frack auf der Bühne zu erleben, durchaus ihren Reiz. Und wer schon könnte sich seinem und dem Charme des französischen Akzents entziehen. In Lindau hatte die Wiederholungstournee der … Weiterlesen

Das Mädel aus der Vorstadt (Johann Nestroy)

Saison-Start mit Nestroy weckt vorsichtige Erwartungen zur Theatersaison Nein, das Wienerische wurde ihm nicht vorenthalten, dem „Mädel aus der Vorstadt“ und seinem deliziösen“ Ensemble. Und so entsprach der Theaterauftakt durchaus dem Gusto des Publikums, dem es vorsichtige Erwartungen in die kommende Saison zu wecken vermochte. Das Stück selbst bereichert das Komödiengenre als „Posse mit Gesang“ aufs Köstlichste, nicht zuletzt durch … Weiterlesen

Briefwechsel über die Liebe (A.R Gurney)

Stück entpuppt sich als Wechselbad der Gefühle Der so harmlos angekündigte „Briefwechsel über die Liebe“ von A.R Gurney entpuppte sich als packendes Beziehungsstück – ein Wechselbad der Gefühle. Bis zu ihrem Ende, das der Alkohol gnädig beschleunigt hat, war sich Melissa sicher: „Die Schreiberei hat alles versaut.“ Diese von Andy geradezu zelebrierte Form der Mitteilung stand lange in krassem Gegensatz … Weiterlesen

Die Streiche des Scapin (Molière)

Deutliche Kluft zwischen einzelnen Akteuren Mit einem spaßigen Stück, das neben Molières großen Komödien allerdings etwas harmlos wirkt, gastiert die „Isny Oper“ erstmals im Zeughaus: „Die Streiche des Scapin“ entpuppten sich dabei als dreiaktige Posse, die ohne Umschweife auf ihren Hauptdarsteller Hans-Christian Hauser zugeschnitten war, der auch Initiator dieses Theaterprojektes ist. Hauser wußte denn auch in seiner pantomimischen Lust und … Weiterlesen

Geliebter Jacques (Roger Défosse)

Dürftiges Stück erhält zarten Schlussapplaus „Die Operette“, so hieß es zu Beginn der Aufführung im Lindauer Stadttheater, „ist seine eigene Dauerkrise. „Stücke wie „Geliebter Jacques…Offenbach, den kennen Sie doch!“ mögen zwar vor Harmlosigkeit nur so strotzen, das Zeug jedoch, besagte Krise zu verschärfen, haben sie allemal. Der Inhalt? Fünfköpfige Theatertruppe möchte unmittelbar vor Beginn der x-ten Aufführung ‚mal spontan etwas … Weiterlesen

Faust ohne Gretchen (Curth Flatow)

Kerbe in der schnöden Woche Mag sein, daß der wahre Lustspiel-Genuss nur eine Frage der Reihenfolge ist: Ein, besser zwei Gläschen Wein nicht nach, sondern vor so einem Theaterabend getrunken (Stadtbus benutzen!), dann die launige, durchaus wirkungsvolle Darbietung eines bekannten Boulevard-Schauspielers in einem freilich ziemlich belanglosen Stück genossen, und man darf danach ziemlich sicher sein, mit einem zufriedenen Lächeln auf … Weiterlesen

Play Strindberg (Friedrich Dürrenmatt)

Beklemmendes Ehedrama voll grimmiger Ironie Gerade mal 80 Minuten währte das zweifelhafte Vergnügen, ehe im Stadttheater dem „Totentanz“ Strindbergs die letzte von zwölf Runden eingeläutet wurde. Friedrich Dürrenmatt hat aus dem beklemmenden Ehedrama ein Stück voll grimmiger Ironie geformt. Wie so oft greift er auch in „Play Strindberg“ zum Stilmittel der Groteske und rückt damit den unappetitlichsten Alltagssituationen auf die … Weiterlesen

Bildung für Rita (Willy Russell)

Leicht verdauliche Kost Ein zwar lauter, jedoch überwiegend ergötzlicher Theaterabend stand mit „Bildung für Rita“ auf dem Spielplan. Das vergnügliche Lustspiel von Willy Russell bot zwei Stunden unterhaltsame und leicht verdauliche Bühnenkost, das aber kaum Nebenwirkungen, vermutlich sogar überhaupt keine Wirkungen hinterlassen dürfte. Das Zweipersonenstück entpuppte sich zusehends als hübsche Sparausgabe von Shaws „Pygmalion“, dass dessen geistvolle Dialoge durch, kurzatmige, … Weiterlesen

Eine Frage der Ehre (Aaron Sorkin)

Fehlgeleitetes Befehlsverständnis Wer „Eine Frage der Ehre“ vor wenigen Wochen als Film gesehen hatte, mußte nun den Besuch im Stadttheater nicht bereuen. Die bemerkenswert vielen jungen Zuschauer waren vielleicht auch von der Neugierde getrieben, wie das spannende Stück von Aaron Sorkin auf Bühnenbrettern funktionieren würde. Schließlich wurde es mit allerlei Preisen bedacht und erlebte erst vor nicht einmal zweieinhalb Jahren … Weiterlesen