Bildung für Rita (Willy Russell)

Leicht verdauliche Kost

Ein zwar lauter, jedoch überwiegend ergötzlicher Theaterabend stand mit „Bildung für Rita“ auf dem Spielplan. Das vergnügliche Lustspiel von Willy Russell bot zwei Stunden unterhaltsame und leicht verdauliche Bühnenkost, das aber kaum Nebenwirkungen, vermutlich sogar überhaupt keine Wirkungen hinterlassen dürfte.

Das Zweipersonenstück entpuppte sich zusehends als hübsche Sparausgabe von Shaws „Pygmalion“, dass dessen geistvolle Dialoge durch, kurzatmige, aber wirkungsvolle Pointen zu ersetzen suchte.

Der an sich spannende Versuch, die leicht verkrachte Existenz Franks, eines Dozenten für englische Literatur, durch den entwaffnenden Auftritt der bildungshungrigen Rita aufzumischen und in möglicherweise neue Bahnen zu lenken, blieb dann zusehends in überwältigenden Mengen harter Getränke stecken. Dankbar ergriff Peter Bause jede Gelegenheit, um die Auswirkungen des Alkohols lustvoll auszuspielen und besonders im zweiten Teil zum eigentlichen Schwerpunkt seiner schauspielerischen Fähigkeiten zu machen: das Stück Russells und die Konzentration des Publikums wurden dabei auf harte Proben gestellt, Henry Higgins ab hier nicht einmal mehr karikiert.

Christine Schild setzte dem all ihr Können entgegen – herrlich in den naiven Anfangsszenen, souverän in ihrem geläuterten Stadium, – und rang der überhandnehmenden „Spirituosität“ nahegehende Momente ab.

Ansonsten hielt „Bildung für Rita“ wohlbekannte Erkenntnisse zum Thema Geschlechterkampf parat, die für Lustspielverhältnisse schon beinahe subtil wirkten. Alles in allem ein kurzweiliges Stück mit einer gar nicht so unbekannten Problematik, zwei bestens aufgelegte Schauspieler und ein Publikum, das sich dabei köstlich amüsieren konnte – mehr ist dann auch nicht zu berichten