Enigma (Znorko Abel)

Alle Einwände zum Verstummen gebracht Seine Zweifel gegenüber anhaltender Leidenschaft in einer Ehe vergleicht Erfolgsautor Abel mit der Fragwürdigkeit des „Versprechens, immer Fieber zu haben“. Eine Annäherung an diesen Zustand gelang Peter Bongartz und Carsten Klemm jedoch mit dem, was die beiden im Stück „Enigma“ auf die Bühne des Stadttheaters brachten. Willig ließen sich die beiden Schauspieler vom fulminanten Text … Weiterlesen

Die Räuber (Schiller)

Höflicher Beifall für die „Räuber“ im Stadttheater Da waren „Räuber“ am Werk, die leider bald die Hoffnung zunichte machten, Schillers Sturm- und Drangstück ließe sich so einfach mit gegenwärtigem Gedankengut verknüpfen; Räuber auch an der stillen Übereinkunft, der Wert von Klassikern würde sich gleichsam von alleine vermitteln: in Anbetracht der zahlreichen Schulklassen eine durchaus wünschenswerte Vorstellung. „Patrioten-Sch…“ – so der … Weiterlesen

Die Falle (Robert Thomas)

Keine glückliche Hand bei der Inszenierung Ein Kriminalstück gab’s schon länger nicht mehr im Stadttheater, und so darf die Anwesenheit von über 600 Besuchern als Zustimmung hierfür gewertet werden. Schade, daß dieser Umstand nicht als Zündfunke auf die Akteure gewirkt hat. Zunächst hat es kräftig im sprachlichen Gebälk geächzt, und die vielen Versprecher ließen offen, ob das Ganze unkonzentriert, unausgeschlafen … Weiterlesen

Amadeus (Peter Shaffer)

Ein göttlicher Deal um Mozarts Musik Noch immer steht die Popularität des Namens Salieri in krassem Gegensatz zu derjenigen seiner Musik. Wieder einmal bestach die (falsche) Deutung Peter Shaffers im „Amadeus“, die aufzeigt, wie es dazu gekommen sein könnte. Zunächst war da jener Deal, den dieser musikalische „Vorstadt-Katholik“ – wie Salieri sich selbst bezeichnete – mit Gott gemacht hatte: für … Weiterlesen

Indien (Josef Hader und Alfred Dorfer)

Derb, wienerisch und anrührend Nun wird sich mancher fragen, ob die viel zitierte kulturelle Vielfalt‘ als Versprechen oder doch eher als Warnung gedacht war. Denn „Indien*, das populäre und mehrfach ausgezeichnete Stück von Josef Hader und Alfred Dorfer, hat die Gemüter im Stadttheater ganz unterschiedlich beschäftigt, einige auch erregt. Dabei stellte keiner die schauspielerische Leistung von Ernst Konarek und Gottfried … Weiterlesen

Besuch bei Mr. Green (1998) (Jeff Baron)

Vom müden Abtauchen, wenn’s unbequem wird So kann es weitergehen: Auch das dritte Stück der laufenden Theatersaison erwies sich als Treffer, der skeptische „Quereinsteiger“ zur Überprüfung möglicher Vorurteile veranlaßt haben dürfte. Der „Besuch bei Mr. Green“ war überaus lohnenswert, und mit ihm der Besuch des Theaters. Dem Erstlingswerk des (homosexuellen) Amerikaners Jeff Baron gelingt es mühelos, jüdische Identität, Homosexualität, Altersstarrsinn … Weiterlesen

Elektra (Sophokles) (1998)

Dias verbinden griechisches Drama mit der heutigen Zeit Auch wenn ,,Elektra „, dieses bluttriefende Rachestück, stets aufs Neue ausgehalten werden will, so besticht immer wieder die dramatische Dichte, mit der Sophokles dieses Werk ausgestattet hat. Die Landesbühne Sachsen-Anhalt hat es im Lindauer Stadttheater 70 Minuten lang geschafft, diese Dichte spürbar zu machen. Es war eine interessante Idee von Regisseur Frank … Weiterlesen

Sonntag in New York (Amir Gudarzi)

Zwischen Anspruch und Verlockungen Mittwochs in Lindau gab’s „Sonntag in New York“ – ein heiterer Einstand in die neue Theatersaison. Daß dabei der Unterhaltungswert lebendigen Theaters den des Fernsehens um Längen übertreffen kann, zeigte ein glänzend aufspielendes Schauspieler-Quartett. Der Ex-Lindauer Peter Bamler war einer davon. Ein Lustspiel „nur“, gewiß. Mit einer Schwester, deren Eintausch gegen einen ordentlichen Schäferhund in der … Weiterlesen

Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan (Dario Fo)

Schnoddrigkeit und Machtbewusstsein verpasst Der glänzende Auftakt zu insgesamt zwölf Wiederholungen ist gemacht. Dank imponierender Einzelleistungen wird dem „Blauen Kater“ sein Dauerflirt mit den Ansprüchen des Profitheaters gestattet sein. Dario Fo’s Komödie „Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan“ jedenfalls befindet sich bei Elisabeth Gessau und ihrer Truppe in kompetenter Hand. Diese Kompetenz gilt insbesondere auch den Elementen, die ein Theaterstück erst … Weiterlesen

Armin Fischer

Armin Fischer raubt Illusionen Nichts wars mit der Hinterbühne: Weil fast 300 Zuhörer gekommen waren, um dem pianistischen Treiben Armin Fischers zuzusehen, ist man kurz entschlossen in den großen Saal des Stadttheaters umgezogen. Dort gab es dann jede Menge Spaß und Musik. Wenn sich eine zündende Idee einmal bewährt hat, kann es passieren, dass alles Weitere sich möglichst dicht an … Weiterlesen