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Dieter Engelhardt (1998) – Theatermeister in Lindau

Seit 25 Jahren sorgt Theatermeister Dieter Engelhard im Lindauer Stadttheater für den rechten Rahmen, ist dafir verantwortlich, daß alles paßt. Den Hinweis, daß Helmut Kohl im gleichen Jahr CDU-Vorsitzender wurde, hört er nicht so gern. Daß es überdies das gleiche Jahr war, in dem DDR-Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht starb, hat er mittlerweile verges-sen. In jenem Jahr 1973 also war es, als … Weiterlesen

Besuch bei Mr. Green (1998) (Jeff Baron)

Vom müden Abtauchen, wenn’s unbequem wird So kann es weitergehen: Auch das dritte Stück der laufenden Theatersaison erwies sich als Treffer, der skeptische „Quereinsteiger“ zur Überprüfung möglicher Vorurteile veranlaßt haben dürfte. Der „Besuch bei Mr. Green“ war überaus lohnenswert, und mit ihm der Besuch des Theaters. Dem Erstlingswerk des (homosexuellen) Amerikaners Jeff Baron gelingt es mühelos, jüdische Identität, Homosexualität, Altersstarrsinn … Weiterlesen

Elektra (Sophokles) (1998)

Dias verbinden griechisches Drama mit der heutigen Zeit Auch wenn ,,Elektra „, dieses bluttriefende Rachestück, stets aufs Neue ausgehalten werden will, so besticht immer wieder die dramatische Dichte, mit der Sophokles dieses Werk ausgestattet hat. Die Landesbühne Sachsen-Anhalt hat es im Lindauer Stadttheater 70 Minuten lang geschafft, diese Dichte spürbar zu machen. Es war eine interessante Idee von Regisseur Frank … Weiterlesen

Sonntag in New York (Amir Gudarzi)

Zwischen Anspruch und Verlockungen Mittwochs in Lindau gab’s „Sonntag in New York“ – ein heiterer Einstand in die neue Theatersaison. Daß dabei der Unterhaltungswert lebendigen Theaters den des Fernsehens um Längen übertreffen kann, zeigte ein glänzend aufspielendes Schauspieler-Quartett. Der Ex-Lindauer Peter Bamler war einer davon. Ein Lustspiel „nur“, gewiß. Mit einer Schwester, deren Eintausch gegen einen ordentlichen Schäferhund in der … Weiterlesen

Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan (Dario Fo)

Schnoddrigkeit und Machtbewusstsein verpasst Der glänzende Auftakt zu insgesamt zwölf Wiederholungen ist gemacht. Dank imponierender Einzelleistungen wird dem „Blauen Kater“ sein Dauerflirt mit den Ansprüchen des Profitheaters gestattet sein. Dario Fo’s Komödie „Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan“ jedenfalls befindet sich bei Elisabeth Gessau und ihrer Truppe in kompetenter Hand. Diese Kompetenz gilt insbesondere auch den Elementen, die ein Theaterstück erst … Weiterlesen

Armin Fischer

Armin Fischer raubt Illusionen Nichts wars mit der Hinterbühne: Weil fast 300 Zuhörer gekommen waren, um dem pianistischen Treiben Armin Fischers zuzusehen, ist man kurz entschlossen in den großen Saal des Stadttheaters umgezogen. Dort gab es dann jede Menge Spaß und Musik. Wenn sich eine zündende Idee einmal bewährt hat, kann es passieren, dass alles Weitere sich möglichst dicht an … Weiterlesen

Nacht der Tribaden (August Strindberg)

Hemmungsloser Geschlechterkampf So läuft das manchmal: nicht ein einziges Stück von August Strindberg, um dessen fragwürdige Haltung zum anderen Geschlecht es in der „Nacht der Tribaden“ geht, hatte je in Schweden einen solchen Erfolg wie dieses Schauspiel von Per Olov Enquist. Die „Neue Schaubühne München“ machte deutlich, weshalb. „Schauspiel aus dem Jahre 1889″ heißt der Untertitel, und damit spielt Enquist … Weiterlesen

Jankelewitsch und sein Leibwächter (Alexander und Lew Schargorodski)

Eindrucksvoller Dialog wider die Einsamkeit In kaum gefährdeter Schwebe – hier das schwere Los des Verlassenseins, dort der nie versiegende jüdische Witz – gestalteten Joachim Bliese und Peter Heinrich einen eindrucksvollen Dialog wider die Einsamkeit. Geteilt wurde er von einem nur mäßig besetzten Theater. Man könnte wehmütig werden, wenn Theaterstücke wie „Jankelewitsch und sein Leibwächter“ zutage fördern, daß der Holocaust … Weiterlesen

Doppelfehler (Barry Creyton)

Schlüpfrig und unterhaltsam in populärer Besetzung Bereits zehn Minuten vor Acht leuchteten die Schilder neben den beiden teuersten Preisgruppen ein unbarmherziges „Ausverkauft“. Es ist zu vermuten, daß es weniger der oft deftigen Komödie „Doppelfehler“ zu danken war, als vielmehr der Popularität von Anita Kupsch und Volker Brandt. Ein Beitrag zum „Internationalen Frauentag“ indes war das Stück gewiß nicht. Irgendwann in … Weiterlesen

Scherz, List und Rache (Goethe)

Packender Goethe-Ausflug Doch, auch solcherlei gibt’s bei Goethe: ein quirliger Spaß, der die etwas verschämte deutsche Antwort auf die italienische Opera Buffa darstellt, um dann ziemlich unbemerkt im alles überragenden Windschatten von Mozarts Singspiel, der „Entführung aus dem Serail“ , dahin zu vegetieren. Gleichwohl: Nikolaus Parylas kurzweilige Inszenierung von „Scherz, List und Rache“ lohnte den Blick zurück auf Goethes Werk. … Weiterlesen