Mehr als zufrieden durften Veranstalter und Hospital mit dem Besuch des ersten von mehreren geplanten „Spitalkonzerten“ sein. Mit weihnachtlicher Trompetenmusik aus dem Barock war es zudem gelungen, sowohl den Auftakt dieser Reihe als auch den Beginn der Adventszeit würdig im Gewölbesaal des Holspitals zum Heiligen Geist einzuleiten. Der junge Trompetenvituose Joachim Schäfer teilte sich das Programm mit seinem Begleiter Arndt Netzei am Cembalo, der mit einer Sonatine von Haydn und Clementi und drei Scarlatti-Sonaten für klangliche Abwechslung sorgte. Mit schlankem Ton und problemloser Beherrschung auch großer Intervallsprünge wusste Schäfer seine Piccolotrompete wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Allerdings verhinderten eine allzu deutlich zur Schau getragene musikalische Unbekümmertheit als auch das lange, manieriert wirkende Aushalten von Schlusstönen, von einem uneingeschränkten musikalischen Erlebnis zu sprechen. Schäfers musikalischer Geschmack und seine eindrucksvolle Technik, die er in den Konzerten und Sonaten Marcellos, Telemanns, Händels und schließlich Loeillets bewies, weisen ihn vielleicht wirklich als einen der „Sterne am deutschen Trompetenhimmel“ aus. An der Tatsache allerdings, dass nicht alles gleich Gold zu sein braucht, was glänzt, kam er auch im schönen Gewölbesaal des Hospitals nicht ganz vorbei.