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Im Namen des Kirchenvorstandes hieß Winfried Hamann den aus dem Winzerdorf Klingenberg am Main stammenden 45-jährigen Heuß mit seiner Familie willkommen.
Der Senior des Dekanats, Wolf Hennings, verlas die Urkunde von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich. Der Kemptener Dekan Hans Gerhard Maser verdeutlichte in seiner Ansprache, dass die Welt, je mehr sie auseinander drifte, Gesprächsvermittler brauche. Gut, wenn dies ein Pfarrer sei. Trotz aller schrecklichen Ereignisse der letzten Wochen sei diese Welt Gottes Welt.
Die Segnung des neuen Pfarrers nahmen der Pfarrer Hellmut Behringer aus Nördlingen, der katholische Inselpfarrer Dekan Ortwin Gebauer, die Kirchenvorstandsmitglieder Christiane Grötler und Stefanie Schobloch sowie Pfarrer Hans-Ulrich Thoma vor.
Eberhard Heuß bedankte sich in seiner Predigt für die herzliche Aufnahme seiner Familie in Lindau. Nach den schrecklichen Ereignissen am 11. September in den USA wünsche er sich, dass in Lindau wie anderswo die muslimischen Familien Schutz und Geborgenheit erfahren. Hoffentlich habe man in Lindau genug Kraft und Mut, sich gegen Ausgrenzung aufzulehnen. Gemeinschaft bedeute, mit den anderen zu feiern und zu trauern, zueinander Brücken zu bauen. In den späteren Fürbitten wurde um Frieden, Gerechtigkeit, für Verzeihen und um das „mit-dem-Glauben-ernst-machen“ gebetet.
Beim Empfang im Gemeindehaus Hospiz führte Angelika Rundel durch das Programm. Sie hieß auch zahlreiche Gäste aus Nördlingen, der bisherigen Wirkungsstätte von Heuß, willkommen.. Die stellvertretende Landrätin Anneliese Spangehl bescheinigte dem neuen Pfarrer, durch seine spontanen ökumenischen Gebete und den Gottesdienst nach den Ereignissen in den USA bei den Lindauern bereits viel Sympathie gewonnen zu haben. Von Thomas Gottschalk stamme der Spruch über die Kirche: „Die Botschaft ist fröhlicher als viele ihrer Botschafter.“ Sie glaube, dass Heuß zu den fröhlichen Botschaftern zähle, sagte Spangehl.
„Die Insel muss bleiben, was sie immer war, ein besonderer Mittelpunkt der Stadt“, versicherte Oberbürgermeisterin Petra Seidl dem Neu-Insulaner. Mit ihrem Luther-Zitat „Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“ lag sie bei Heuß offenbar genau richtig. Im Namen der evangelischen Pfarrerkollegen wünschte Hans-Ulrich Thoma dem „Neuen“, dass er die Argumentations-Hürden „Das war immer so“, „Es war noch nie so“ und „Da könnte ja jeder kommen“ gut nehme.
Die Kolleginnen und Kollegen helfen beim Einleben, versicherte Wolf Hennings. Der katholische Dekan Gebauer bescheinigte seinem Nachbarn Heuß, ein kontaktfreudiger Mensch zu sein, der auf die Menschen zugehe. Er hoffe, dass Heuß immer der Ausgleich zwischen Erneuern und Bewahren gelinge. Die Ökumene solle auf der Insel weiter wachsen und gedeihen. Es folgten Grußworte der Diakonieleiterin Stefanie Schobloch, des Leiters der Hospitalstiftung Volker Lukas, der Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes Sabine Kaiser, für die Nördlinger Gäste von Hellmut Behringer und für den Kammerchor Lindau von Renate Koppmann. Heuß zeigte sich überwältigt von soviel Glückwünschen. Er und seine Familie seien neugierig auf die Stadt, die Menschen sowie die evangelischen und katholischen Kollegen.