Unterricht kostet mehr Geld

LINDAU – Bei der Mitgliederversammlung der Musikschule berichtete Gerhard Kirchgatterer erneut über ein „Jahr der Superlative“, was sich insbesondere auf die Schülerzahlen bezieht. Geprägt gewesen ist die Sitzung aber auch von den finanziellen Auswirkungen des Tarifabschlusses und dem Wechsel im Verwaltungsrat.

Jetzt, wo die Schülerzahl bereits bei 961 liegt (2007: 948), hofft Gerhard Kirchgatterer, den 1000. Musikschüler noch als Schulleiter erleben zu können. Das reichhaltige Fächerangebot – derzeit werden neben Gesang 20 Instrumente unterrichtet – werde gut angenommen. Die Jugendkapelle als Aushängeschild und „Botschafter für Lindau“ besteht derzeit aus 65 Aktiven. Die Zahl der Musiker im Jugendkammerorchester ist stabil, jene der Streicher im Vororchester machte einen Sprung von 3 auf 22. Trotz dieser positiven Zahlen ist die Gesamtzahl innerhalb der Ensembles und Spielkreise von 334 auf 289 zurückgegangen.

Bei dem Hinweis auf stattliche 130 Veranstaltungen zollte Kirchgatterer neben den Schülern insbesondere den Eltern Dank, die dadurch einen zusätzlichen Zeitaufwand hatten. Aber auch die großartige Arbeit des Fördervereins wurde in diesem Zusammenhang mehrfach erwähnt und gewürdigt.

Neben dem erfolgreichen „Tag der offenen Tür“ sind insbesondere das Opernprojekt „Zauberflöte“ von Regina Kuhn und das Musikschulkonzert in der Inselhalle hervorgehoben worden. Neu installiert wurde auch das „Jugend-musziert-Fest“ in der Musikschule, wo die Preisträger vorspielen. Welch bedeutende Rolle die Musikschule in Lindau spielt, lasse sich auch an den fast 60 Auftritten bei fremden Veranstaltungen ablesen. Thomas Spieß ging in seinem Bericht bei 26 Terminen der Jugendkapelle vor allem auf die überaus erfolgreiche Konzertreise nach Schottland ein.

Sorgen bereiten allen die Zusatzkosten, die durch den unerwartet hohen Tarifabschluss im öffentlichen Dienst entstanden sind. Weil das Schulgeld erst vor kurzem erhöht worden ist, einigte man sich darauf, die Lücke von 16 000 Euro dem Rücklagenkonto zu entnehmen. Es führe aber für die Zukunft kein Weg daran vorbei, über neue Möglichkeiten der Finanzierung nachzudenken, in die auch die Nachbarorte mit einbezogen werden müssten, aus denen viele Schüler kämen.

Der überarbeitete Haushaltsplan wurde einstimmig gebilligt. OB Petra Seidl richtete ihren Dank an alle, welche die Musikschule in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen, insbesondere an die bisherige Stellvertreterin Angelika Rundel, die dem künftigen Gremium nicht mehr angehören wird, da nach den Kommunalwahlen „die Karten neu gemischt werden“.