NONNENHORN – Es sind nur drei klassische Konzerte jährlich, die das Verkehrsamt Nonnenhorn seinen Gästen und Bewohnern anbietet. Doch an einem Ort wie der St. Jakobus-Kapelle gehen Atmosphäre, Akustik und Anspruch eine besonders glückliche Verbindung ein.
Gut gefüllt war sie, die kleine Kapelle im Zentrum Nonnenhorns. Und die Möglichkeit, mit der erworbenen Eintrittskarte in einem Nonnenhorner Restaurant hinterher noch ein Glas „See-Secco“ zu erhalten, spricht für den Einfallsreichtum und das Bemühen der Seegemeinde für wahren „Kultur-Genuss“. Den deckte musikalischerseits das „duo matra“ ab: Regine Hoch-Shekov an der Gitarre und Richard Nolte, Flöte.
Es war kein zufälliges Extrakt aus der üppigen Gitarren-Flöten-Literatur, die sich die beiden hochprofessionellen Künstler zusammengestellt hatten. Vielmehr hatten sie jeweils eine viersätzige Suite von Astor Piazzolla und den beiden Südamerikanem Maximo Diego Pujol und Celso Machado ausgewählt und damit dem Abend eine programmatische Richtung gegeben. In der „Histoire du Tango“ fanden sich Milieubeschreibungen zu überaus klangfarbigen und abwechslungsreichen Musiknummem zusammen, denen die beiden Künstler mit feinem Gespür und rhythmischer Präzision begegneten. Kurze Einführungen von Regine Hoch-Shekov beflügelten die Fantasie des Zuhörers, der so dem Gebotenen jederzeit auf der Spur bleiben konnte.
In der nachfolgenden „Suite Buenos Aires“ von Maximo Diego Pujol gab es ein musikalisches Stadtteilraten, und es war nicht nur in dieser Suite, wo die klanglichen Möglichkeiten der Gitarre weit über das übliche Zupfen und Schlagen hinaus genutzt wurden. In den „Musiques Populaires Brésiliennes“ von Celso Machado schließlich sollte dann auf die landesüblichen Süßigkeiten – virtuos, aber musikalisch durchaus bekömmlich verpackt – hingewiesen, vielleicht aber auch zum anschließenden Restaurantbesuch animiert werden. Dort steht dann zwar der versprochene Secco kalt, kalt bleibt ab 21 Uhr aber leider auch, die Nonnenhorner Küche…