Musikstunden werden teurer

LINDAU – Bevor die jährliche Mitgliederversammlung der Musikschule ihren vertrauten Gang nahm, gab es erst einmal ein Ständchen für Paula Seberich. Die bisherigen Stadträte Werner Preis und Karl-Heinz Brombeis wurden bei ihrem Abschied gewürdigt und noch einmal Zeuge der jährlich notwendigen Schuldgelderhöhung, die vor allem die (noch) 123 auswärtigen Schüler trifft.

Sichtlich überrascht war Bürgermeisterin Paula Seberich, als ihr mittlerweile 30-jähriger Einsatz für die Musikschule Lindau symbolisch mit einem Ständchen, drei Rosenstöcken, einem Vergissmeinnicht-Strauß und Süßigkeiten belohnt wurde. Als stellvertretende Verwaltungsvorsitzende – der „offizielle“ Vorsitz ist traditionell an das Oberbürgermeisteramt gebunden – hat sie manche Höhen und Tiefen der 50-jährigen Musikschulgeschichte miterlebt und engagiert dafür gekämpft, dieser Institution ihren festen Platz in Lindau zu sichern. 18 Jahre stand ihr dabei Werner Preis zur Seite und auch Karl-Heinz Brombeis ist es in den sechs Jahren seiner Amtszeit immer wieder gelungen, die notwendige „Würze“ (Schulleiter Gerhard Kirchgatterer) in den Sitzungen einzubringen.

Der Jahresbericht Kirchgatterers wies auf die rund 20 öffentlichen Veranstaltungen der zurückliegenden zwölf Monate hin, unter denen vor allem das Festwochenende zum 50-jährigen Bestehen der Musikschule (unter anderem mit der Kinderoper „Der Igel als Bräutigam“ und der Musikschultag in der Inselhalle) im Mai 2001 einen ungewöhnlich großen Einsatz aller Verantwortlichen erforderte. An 20 weiteren Terminen waren Schüler und Lehrkräfte der Musikschule beteiligt, um entsprechende Anlässe zu umrahmen oder mitzugestalten. Auch die zahlreichen Vorspiele und erfolgreichen Wettbewerbe füllten den musikalischen und organisatorischen Kalender; vor allem für die Jugendkapelle und ihren Leiter Thomas Spies wird die neuntägige Konzertreise auf die Insel Korfu anlässlich des Internationalen Musikantentreffens in bester Erinnerung bleiben. Derzeit werden die Fühler nach Moskau ausgestreckt, wo die Möglichkeit, an europäische Fördergelder zu kommen, besonders günstig ist. Die Lehrkräfte (derzeit sechs hauptberuflich, 24 teilzeitbeschäftigt) haben zudem an insgesamt 13 Konferenzen und acht Fortbildungslehrgängen teilgenommen.

Viel Zeit und Energie wurde gerade in den vergangenen Jahren in die professionelle Öffentlichkeitsarbeit investiert, zu deren positiven Auswirkungen unter vielem anderem auch die Festschrift zum Jubiläum und die Imagebroschüre „Darum Musikschule“ beigetragen haben.

So hat sich die Schülerzahl mittlerweile auf 718 gesteigert, auch wenn man befürchtet, dass sich die Zahl der Auswärtigen aufgrund der notwendigen Schulgelderhöhung um 3,5 Prozent erneut verringert. Der satzungsgemäße Anspruch, möglichst allen eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen, gerate dabei immer mehr in Gefahr; so sieht auch Paula Seberich die politische Notwendigkeit, dieser „Spirale ein Ende zu setzen.“

Vorerst aber konnte Hauptamtsleiter Karl-Heinz Ball der Musikschule bestätigen, dass der „Haushaltsausgleich geschafft“ wurde und das „Finanzgebaren der Musikschule“ in Ordnung war. So wurde der Jahresbericht der Musikschule Lindau einstimmig genehmigt.