Mit „Trio Opus 8“ macht Musik einen „Haydn-Spaß

LINDAU – Voll besetzt war der „Festsaal Belle Epoque“, als das „Trio Opus 8“ die Veranstaltungsreihe im Hotel Bad Schachen eröffnete. Das international gefeierte Ensemble bot auch in dieser Umgebung das erwartete Weltklasseniveau.

Gemessen an der Zahl großartiger Musiker pro Einwohner dürfte Lindau derzeit einen Spitzenplatz einnehmen. Dies liegt zunächst an den vielen Hochbegabungen, die gerade beim internationalen Klavierfestival zu bestaunen sind. Darüberhinaus aber fand am Sonntag ein weiteres Konzert mit Künstlern statt, die ihren Platz im internationalen Wettbewerb bereits gefunden haben und ihn seit 20 Jahren erfolgreich behaupten: Im Hotel Bad Schachen gastierten Michael Hauber (Klavier), Eckhard Fischer (Violine) und Mariode Secondi (Violoncello), besser bekannt unter ihrem Ensemble-Namen „Trio Opus 8“.

Für deren Auftritt wurden die Stuhlreihen im dortigen Festsaal ganz neu angeordnet, was eine noch großzügigere Atmosphäre und gleichmäßigere Akustik bewirkte. Besonders erfreulich war jedoch, dass den Künstlern nun ein exzellenter Konzertflügel aus dem Hause „Steinway & Sons“ zur Verfügung stand, von dessen Qualität Künstler und Publikum gleichermaßen profitierten.

Die übliche Klavierdominanz von Haydns Klaviertrios – zu hören war die Nummer 27 von insgesamt 31 „bekannten“ dieser Art – ließ sich auf diese Weise klangschön und mit der nötigen Brillanz umsetzen. Weit mehr noch konnte aber von diesem Umstand das Hauptwerk dieser Matinee profitieren, nämlich das H-Dur-Trio von Johannes Brahms. In seiner bestechenden Instrumentation und klanglichen Raffinesse ist es nicht nur auf die künstlerische Reife der ausübenden Musiker angewiesen, sondern auch auf hervorragende Instrumente.

Doch zurück zu Haydn: Von Beginn an ließen sich die duftigen Tastenläufe mitverfolgen, die Michael Hauber dessen Klaviertrio entlockte. Es war in der Tat ein „Haydn-Spaß“ mitzuerleben, wie seine beiden Mitspieler auf die rhythmischen Feinheiten und die Vielfalt kompositorischer Einfälle reagierten und sie in pulsierendes Zusammenspiel verwandelten. Das Presto-Finale wurde so zu einer spielerischen Verfolgungsjagd, bei der sich musikalischer Humor und interpretatorische Lust aufs Glücklichste verbanden.

Neue Dimensionen tun sich auf

Spielten hier Geige und Cello noch eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, so taten sich nun bei Brahms ganz neue Klangdimensionen auf, für die jeder Instrumentalist in höchstem Maße mitverantwortlich war. Bereits das weiträumige, volksliedhafte Thema im Kopfsatz erfasste die Zuschauer durch seine unerhörte Intensität, die sich ständig zu steigern schien. Geradezu gespenstisch zelebrierten sie das Scherzo mit seinem schwelgerischen Trio und dem ausgehauehten Schluss, tief und ernst entfaltete sich der Dialog der Streicher mit dem Klavier im Adagio.

Als schließlich die aufwühlenden Momente und die unaufgelösten Gefühlsausbrüche des Allegro-Finales vorbei waren, entlud sich lang anhaltender Beifall über die sympathischen Musiker. Sie gaben schließlich dem begeisterten Klatschen der Zuhörer nach und bedankten sich mit dem tänzerischen Scherzo des d-Moll-Trios von Mendelssohn.