Fachwechsel (Frank Pinkus)

Komödie überzeugt nicht

Das war doch etwas hoch gegriffen: von einem „lustvollen Spektakel“ war im Programmzettel die Rede, mehr als eine hübsche Komödie aber war „Fachwechsel“ nicht.

Natürlich haben wir es längst gewusst: weibliche Bühnenstars sind abgehobene Diven und Regisseure haben keine Ahnung. Aus dieser Konstellation, die um zwei unerfahrene, aber blonde Jungschauspieler ergänzt wird, bezieht Frank Pinkus seinen Stoff.

Grell leuchtet er in den Probenalltag einer Tourneebühne hinein und manches davon wird vermutlich auch stimmen: Zu spät kommen immer nur die Hauptdarsteller, die Texte sind schlecht gelernt, und die Jungen leiden an der Arroganz der Alten. Tatjana Pokorny holt dabei noch am meisten aus ihrer Rolle. Eigentlich kommt sie als Sarah Schulz vom Fernsehen, Abteilung Daily Soap, und entsprechend heftig wird von den ehrwürdigen Theaterleuten ihre Bühnentauglichkeit infrage gestellt. Dies umso mehr, als sie sich als Partner einen Synchronsprecher, den ewig grinsenden Hardy Weber(Markus Bader) ausbedungen hat. Regisseur Cartsen Berthold (Fritz Hörtenhuber) ist erst einmal fassungslos, als er die schauspielerische Harmlosigkeit der beiden erkennt, doch einigt sie erst einmal der Ärger darüber, dass Eva Winterstein (Franziska Bronnen) wie gewöhnlich zu spät kommt. Als sie dann da ist, passiert unwiderruflich das, was passieren musste: aus jeder Geste, jedem Wort, jeder Betonung und jeder Bewegung quillt immer nur dieser eine Satz: „Ich habe schließlich mein Handwerk gelernt.“

Das ist eine Weile lang ganz lustig, rührt es doch immer wieder auch an den Vorbehalten, die junge und unvoreingenommene Theaterbesucher gegen allzu viel Gestelztes in diesem Genre hegen. Das Stück, das auf der Bühne geprobt wird, kommentiert der Autor gelegentlich ziemlich eindeutig, und die Bemerkung „erst lockt er uns mit Albernheiten“ gehört dabei durchaus noch zu den zurückhaltenderen. Doch die versprochene Kurve bekommt auch „Fach-wechsel“ nicht, denn der Schwenk zu der wahren Beziehung und dem Verhältnis zwischen Eva Winterstein und Sarah Schulz wirkt ziemlich aufgesetzt – es gibt glaubwürdigere und humorvollere Methoden, um Konflikte und das Selbstverständnis von Schauspielern vorzuführen.

So hat auch dieses Stück gezeigt: Auch wenn das Thema vielversprechend klingt, können ein paar Gags, temporeiche Dialoge und gut aufspielende Schauspieler zwar für ein wenig Unterhaltung sorgen, eine überzeugende Komödie wird daraus aber noch lange nicht. Der freundliche, aber etwas laue Beifall schien dieser Einschätzung recht zu geben.