Jazz Comer

Jazzclub

Musikalische Dichte und spielerischer Reichtum

Humorvoll hat Jupp Zeltinger einen möglichen Repertoiremangel suggeriert und diesen damit begründet, dass kaum Zeit zum Proben war. Trotzdem wuchs sich das Konzert der Band „Jazz Comer“ zu einem packenden Drei-Stunden-Opus aus, und die scheinbar verlegen überbrückten Pausen steigerten allenfalls den Unterhaltungswert. Frank Egli zeigte am Clubpiano, wie improvisationsfreudig und fantasievoll es an diesem Instrumentzugehen kann, selbst wenn seine fast teilnahmslos wirkende Mimik in herrlichstem Widerspruch zum Gehörten zu stehen scheint. Der kurzfristig eingesprungene Harry Schaffknecht führte sein Saxophon mit traumwandle- rischer Sicherheit durch jeden Chorus und spielte.im Zusammenspiel mit dem Vibraphon, erst recht mitZeltingers Mundharmonika gekonnt sein Gespür für Klangfarben aus. Und Helmut Gassnertrug mit seinem dezent-quirligen, gefühlvollen Schlagzeugspiel, dem Walter Webers Bass zuverlässig assistierte, entscheidend dazu bei, dass die Musik von „Jazz Corner“ so selbstverständlich organisch, aber auch pulsierend wirkte. Gerade in den Balladen, die von den Profimusikern genussvoll zelebriert wurden, öffnete sich der Blick auf die musikalische Dichte und den spielerischen Reichtum der Band Nicht zuletzt daran lag es, wenn die Besucher des gut besuchten Jazzclubs mit dem Gefühl eines rundum gelungenen Jazzabends nach Hause gehen konnten. ham/LZ-Foto: cf