Indonesische Pianistin im Martha-Stift

Nahezu 50 Zuhörer lauschten dem Soloabend, den die Indonesierin Conny Cornelia Mulawarma am Wochenende im Maria-Martha-Stift auf der Insel gab. Mit großer Durchsichtigkeit, die zuweilen einer subtilerem Gestaltung hinderlich war, spannte sie ihr Programm von Haydn („f-moll Variationen“) über die „g-moll Ballade“ von Chopin bis zu den „Rumänischen Tänzen“ von Belà Bartok. Insbesondere hier wusste sie den klangspielerischen Elementen großen Reiz abzugewinnen. Als Hauptwerk stand „Carnaval“ von Robert Schumann. Diesen gestaltete sie mit gelegentlichem Überschwang, der die Schärfe des Flügels etwas überbetonte, der aber auch den Nachweis erbrachte, dass sie ihm hin und wieder auch seine zarten Facetten abzugewinnen verstand. Mit einem Satz aus Bachs „Englischer Suite“ wählte Conny Cornelia Mulawarma ein ruhiges, stimmungsreiches Finale, das ihrer auf Deutlichkeit bedachten Anschlagskultur vielleicht am meisten entgegenkam.