Ein solcher Abend lässt es verschmerzen, wenn offenbar mehr Menschen dem Zauber des Sees als dem „Zauber der Musik“ – so der Programmtitel im Gewölbesaal – verfallen wollten. Gleichwohl hat das russische Ehepaar Kaljushny mit seinem Programm für Klarinette und Klavier nicht zu viel versprochen, denn es hat das Publikum mit Originalkompositionen von Rossini, Saint-Saens, Debussy und Luigi Bassi zu wahrer Begeisterung hingerissen. Die hochprofessionellen Künstler – Michael Kaljushny beispielsweise ist Konzertklarinettist in Berlin – nutzten die Akustik des Gewölbesaal mit feinem Gespür. Dass sie auch mit den Gepflogenheiten eines sinnvollen Programmaufbaues vertraut sind, zeigten die humorvollen Einleitungsworte zu jedem Stück, insbesondere aber die beiden Zugabestücke: ein launig vorgetragener Czardas und – augenzwinkernd – „Wenn ich einmal reich war“ aus „Fiddler on the Roof.“ Ein abwechslungsreicher Konzertabend, der ans falsche Wetter geraten ist.