Glück auf der Alm (Chiemgauer)

Zwei derb-lustige Stunden

So läuft das, wenn das Chiemgauer Volkstheater seine beiden traditionellen Silvesteraufführungen in Lindau gibt: Vorhang, Auftritt Amsi Kern – und schon gibt’s Beifall. Das Lustspiel „Glück auf der Alm“ machte da keine Ausnahme und so freute man sich über zwei derb-lustige Stunden.

Über ein Stück des Chiemgauer Volkstheaters zu schreiben, ist ja im Grunde genauso unnötig wie ein Bericht über „Dinner for one“. In Lindau fallen immer beide Termine auf Silvester, und wenn hier trotzdem ein wenig auf Ersteres eingegangen werden soll, dann vor allem aus Chronistenpflicht.

Beide Veranstaltungen im Stadttheater waren sehr gut besucht und wie es der Titel „Glück auf der Alm“ schon vermuten lässt, bestand dieses „Glück“ zunächst einmal darin, dem Hüttenpersonal auf der Kreideralm möglichst schnell an die Wäsche zu gehen.

Dies wusste Angela Hundsdorfer als frustriertes Theatertalent Mali gegenüber dem zudringlichen Strumpffabrikanten Buttler (Hans Stadlbauer) erst einmal zu verhindern. Holzknecht Korbinian (Christian Burghartswieser) – ein „echter bayerischer Seppl“, wie die Städterin meinte – hätte sich inzwischen gerne mit Buttlers Frau Irma (Mona Freiberg) vergnügt, die überraschend aufgetaucht war. Sie aber wurde zuvor vom Alkohol flachgelegt.

Erst spät durfte schließlich Intendant Dr. Rascher (Andreas Kern) seine Ambitionen auf die als Sennerin verkleidete Mali ausleben, die ihm als hoffnungsvolle Choristin einst kaum aufgefallen war. Und wie bei derlei Stücken üblich, findet am Schluss alles zusammen, was zusammen gehört, und Mali erhält nicht nur die begehrte Hauptrolle, sondern wird auch gleich mit dem Intendanten verehelicht.

Bis dahin wird ausführlich auf verschiedene Hintern gepatscht, auf die Städter im Allgemeinen und die Männer im Besonderen geschimpft, und das amüsierte Publikum quittierte das alles mit Lachen und Klatschen. Wahllos tummeln sich die Schlagfertigkeiten und Witzchen über und unter der Gürtellinie, denn alle im Saal und auf der Bühne wissen, dass es an so einem Abend nicht allzu ernst und tiefsinnig einhergehen braucht.

Nach mehreren Vorhängen am Schluss wünschte Andreas Kern dem Publikum alles Gute für das neue Jahr und vergaß auch nicht darauf hinzuweisen, wie sehr sich das „Chiemgauer Volkstheater“ alljährlich auf die Silvesteraufführung in Lindau freut.