Harmloses Lustspiel mit Elke Sommer
Zum Positiven: das Stadttheater war gut besucht, die schauspielerische Leistung ordentlich, und auch ehemalige Stars werden älter.
Nachdenklich macht, wenn dann junge und begabte Schauspieler wie Michael Rossi und Tanja Dressler in die Rollen von Zimmerkellner und -mädchen schlüpfen, um eine Tournee lang als schmückendes Beiwerk für Elke Sommers meist überzogene Auftritte in einem harmlosen Lustspiel herzuhalten.
Von irgendwelchen Geheimnissen in besagtem Mandarin-Zimmer konnte keine Rede sein. Es sei denn, diese stellten sich erst im zweiten Teil ein, auf den der Rezensent (zusammen mit etlichen anderen leichten Herzens verzichtete). Es galt, den jeweiligen Schlusspointen, die jedem Schülersketch entsprungen sein könnten, eine ausreichend begründbare Handlung voranzustellen, die den etwas aufdringlichen Nachweis erbrachten, daß Elke Sommer ihr Handwerk noch nicht verlernt hat.
Die Vorlage zu dem hübschen Stückchen mit begrenztem Unterhaltungswert gehört zu jener Sorte, von der Tucholsky sagte: „Das ist kein Buch, das man mit leichter Hand zur Seite legt: man muß es mit aller Kraft in die Ecke werfen.“
Bleibt die Frage, mit welcher Begründung solche Stücke, denen die Luft bereits nach einem durchaus netten und amüsanten Abend ausgeht, an den öffentlichen Subventionen teilhaben, derer das Theater als unverzichtbares gesellschaftliches Element so dringend bedarf. Jeder hat sein Recht auf Unterhaltung – aber es muß die Frage erlaubt sein, ob alles zuschusswürdig ist. Es gibt Dinge, für die nicht die öffentliche Hand, sondern Fan-Clubs zuständig sind. Ob Elke Sommer einen hat?