C-Dur satt – großes Kirchenkonzert mit festlichem Schwung

WEISSENSBERG – Zunächst hatten die Verantwortlichen befürchtet, mit diesem großen Kirchenkonzert ein „Wagnis“ einzugehen. Angesichts des großartigen Besucherandrangs dürfte die Lust nach einer Fortsetzung aber deutlich gewachsen sein: der Kirchenchor Weißensberg hat mir der „Schwäbischen Chorgemeinschaft“ ein imponierendes Konzert gegeben.

Bevor die beiden Chöre mit Mozarts „Krönungsmesse“ zum Einsatz kamen, sorgte erst einmal die strahlend-schwungvolle „Maria Theresia“-Sinfonie von Joseph Haydn für die atmosphärische Einstimmung. Darüber hinaus wurde schon jetzt deutlich, dass mit dem „Günzburger Kammerorchester“ und seinem renommierten Leiter, Gerhard Fackler, Musiker angereist waren, die sich auch dem sinfonischen Material überzeugend stellen können. Zupackend im einleitenden Allegro, mit geradezu prickelnder Kraft im Durchführungsteil sowie sauber intonierenden Hörnern, die gerade in dieser Sinfonie deutlich herauszuhören waren, wurde man dem prächtigen Charakter dieses Satzes mehr als gerecht — die massive Wucht der hier allgegegenwärtigen Pauke hätten etwas weichere Schlegel allerdings abmildern können. Das nachfolgende Adagio stellte hohe Anforderungen an die Intonationsfähigkeit der ersten Geigen, und im Finale sorgte vor allem der virtuose, fast quirlige Drive in den Bratschen und Celli für einen wirkungsvollen, bravourösen Abschluss.

Für die Bratschen gab es dann in Mozarts Krönungsmesse – wie in seinen meisten anderen Messen auch – keine Arbeit mehr, dafür war das verbliebene Instrumentarium vor allem in den Bläsern reich und gut besetzt: beste Voraussetzungen für die kontrastreiche Partitur, die, gemessen an ihrer damals „verordneten“ Kürze, besonders viele musikalische Gedanken in sich birgt. Die „Schwäbische Chorgemeinschaft“ und der Kirchenchor Weißensberg fanden von Beginn an zu einer guten Balance innerhalb der Stimmgruppen, artikulierten erstaunlich gut und hatten offenbar keinerlei Abstimmungsprobleme.

Einige der besonders innigen Pianostellen drohten angesichts der puren Anzahl von Sängern etwas unterzugehen. Besonders schwer mit dem zuweilen doch differenzierteren Charakter dieser Messe tat sich Sopranistin Ricarda Dampmann, deren Stimme innerhalb des Solistenquartettes zwar am routiniertesten wirkte, die gegenüber dem soliden, beinahe unspektakulären Gestaltungsansatz der drei anderen aber oft allzu dominant wirkte: entsprechend deutlich zeigten sich die Intonationsschwächen im „Misere“.

Stets aber hat Gerhard Fackler sowohl den jubelnden C-Dur-Charakter in der Haydn-Sinfonie als auch die melodische, glaubensfrohe Kraft der „Krönungsmesse“ im Blick behalten und nicht zuletzt durch eine überaus natürlich wirkende Tempowahl dafür gesorgt, dass das hohe Niveau dieses Konzertes immer gewahrt bleib. Für die Verantwortlichen, aber auch für die begeisterten Zuhörer hat sich die St. Markus-Kirche mit dieser Aufführung als gute Adresse erwiesen.