LINDAU – Mehr als fünfzig Zuhörer hatte das Konzert von „Melodissimo“ in die Zecher Versöhnerkirche gelockt. Ein ebenso erlesenes wie ungewöhnliches Programm hat dabei mehr weihnachtlichen Zauber verbreitet als so manches, was in diesen Tagen unter dem Titel „Weihnachtskonzert“ angeboten wird.
Auf hohem künstlerischen Niveau bestachen dabei die beiden Soprane Michaela Gumpp und Elisabeth Wörmann, die zusammen mit dem Mezzo Sabine Fackler manch weihnachtliche Weise, aber auch passende Ausschnitte aus Werken von Händel oder Mendelssohn zum Vortrag brächten. In der geradezu volkstümlichen Instrumentalbesetzung Akkordeon (Ralf Peters, der auch moderierte), Margot Obeser (Flöte) und Bernhard Büsch (Violine) gewannen die Stücke ihren eigenen Reiz, der im bekannten „Sleigh-Ride“ noch um besonders sympathisch-humorvolle Züge erweitert wurde. Zum besinnlichen Höhepunkt wurde dann sowohl das von den Künstlern selbst vertonte Gedicht „Heilig Abend“ als auch die Weihnachtsgeschichte „Krippe im Schnee“. Beide Texte stammen von der oberschwäbischen Schriftstellerin Maria Müller-Gögler. Pfarrer Gerd Gruber verstand es, der besinnlichen Geschichte zusätzliches Gewicht zu verleihen. Das mit feinem Gespür zusammengestellte Programm endete schließlich mit dem gemeinsam gesungenen „Kommet, ihr Hirten“.
Fazit: eine Veranstaltung, die auf überzeugende Weise künstlerische Erwartungen, atmosphärische Dichte und ein stimmiges Programm für die Weihnachtszeit zu verbinden wusste.