Auf dem Konto liegen 9000 Euro

Zum Bericht ,,Neuer Vorstand will das Publikum durch bekannte Gruppen gewinnen“; LZ vom 7. Dezember.

Nachdem der Zeughausverein zuletzt vor allem mit Krisenbewältigung beschäftigt war, hat insbesondere das „Theater Blauer Kater“ dafür gesorgt, dass das Haus selbst noch als Spielstätte wahrgenommen wurde – schließlich kamen aus dessen Reihen auch diejenigen, die den größten Einsatz bei der Wiederherstellung leisteten. Dass nun mit Peter Kristukat auch jemand von dort erster Vorsitzender wurde, ist nur konsequent. Er möchte nun Theatergruppen aus dem Umfeld des „Blauen Katers“ einladen und so mit dessen guten Namen für neue Belebung sorgen.

Das Vereinsstatut freilich sah eine vielfältigere Nutzung des Zeughauses vor. Die aber soll nun noch mehr reduziert werden, musikalische Darbietungen sind gar nicht mehr vorgesehen.

Die Wahrscheinlichkeit allerdings, hierfür attraktive Angebote zu bekommen, hat sich ohnehin nahezu erledigt: Bis zum bitteren Ende wurde an der Satzung festgehalten, Künstler nur für das Geld spielen zu lassen, welches die Abendkasse einnimmt. Währenddessen haben Spender, Bußgeldzahler und Mitglieder fleißig weitergegeben, obwohl die wichtigen Baumaßnahmen längst abgeschlossen waren. Und so befinden sich 9000 Euro auf dem Konto, die bisher für die eigentlich erwartete Kulturarbeit blockiert waren.

Manch ein aktiver Kulturverein wird sich bei so einem Betrag verwundert die Augen reiben. Und so unterhält man sich allen Ernstes über „Patenschaften“ (sprich: finanzielle Risiko-Übernahme) von Mitgliedern für einzelne Veranstaltungen und vergisst dabei, dass diejenigen, die die 9000 Euro angehäuft haben, genau das mit ihrem Einsatz schon getan haben, ohne eine kulturelle Gegenleistung zu bekommen.

Der Zeughausverein sollte schleunigst eine Mitgliederversammlung einberufen und die unsinnig gewordene Satzungsregelung dorthin befördern, wo sie hingehört: In die kulturpolitische Mottenkiste. Andernfalls sollte sie ihr Guthaben an die Kulturvereine weitergeben, die wissen, dass mit der naiven Hoffnung auf Künstler, die auch für einen Apfel und ein Ei spielen würden, in aller Regel kein Staat zu machen ist.