WASSERBURG – Ganz Wasserburg schien auf den Beinen, als sein Musikverein zum Dreikönigskonzert aufspielte. Deshalb war es gar nicht so einfach, sowohl die Zuhörer in der Sumserhalle als auch die vielen Musiker auf deren Bühne unterzubringen.
Es sind nicht nur die zahlreichen Angehörigen und Freunde, die bei diesem Konzertereignis dabei sein wollten. Vorsitzender Andreas Zürn konnte auch zahlreiche Musikgruppen begrüßen, die zum Teil weite Wege in Kauf genommen haben, um ihre Verbundenheit mit den Wasserburger Musikkollegen und vielen -kolleginnen auszudrücken. Dass ihnen im Gegenzug hohe Spielkultur und vorzügliches Repertoire geboten wurden, wird ihnen und jedem anderen im Saal schnell klar geworden sein. Da mochten sich das herrliche Wetter und die strahlende Sonne an diesem Nachmittag noch so anstrengen: Für zwei Stunden spielte erst einmal hier die Musik.
Und sie tat es einmal mehr auf jenem Niveau, das man von diesem vielfach ausgezeichneten Musikverein und seinem bekannt hohen Anspruch wohl erwartet hatte. Nach dem beschwingten Auftakt durch die Jugendkapelle Bodolz-Wasserburg, wo die Früchte kontinuierlicher Nachwuchsarbeit bereits ihren hörbaren Niederschlag fanden, steigerte sich das Programm zu einer Konzertfolge von sinfonischem Ausmaß. Dabei verstand es Dirigent Günther Bruderhofer, den üppigen Orchesterapparat stets so zu lenken und zu kontrollieren, dass die herrlichen Klangfarben und das teilweise komplizierte rhythmische Gefüge der sieben Werke jederzeit zur Geltung kamen. Insbesondere der Hörnergruppe und den Holzbläsern waren dabei wunderbare musikalische Momente zu verdanken. Auch die Schlagwerkgruppe, die fast ständig im Einsatz war, absolvierte ihre wichtige Rolle souverän und beeindruckte durch präzises Zusammenspiel.
Schwelgen in Operettenseligkeit
Die vielen lautmalerischen Anforderungen, wie sie etwa in der dramatischen Fantasie „Titanic“ oder den „Songs of Sailor and Sea“ anklingen, setzten die Musiker mit ausgeprägtem Gespür für angemessene, keineswegs jedoch übertriebene Wirkung um. Ebenso erging es dem Westernsound in John Williams‘ „The Cowboys“, der ebenso gut beim Publikum ankam wie der kurze Ausflug zur Musik von Franz Lehar: Sein „Vilia- Lied“ verwandelte die Halle für ein paar Minuten in traute Operettenseligkeit, die freilich von dem abschließenden Potpourri durch das Musical „Elisabeth“ schnell verscheucht wurde. Schließlich ging es bei diesem gewichtigen Dreikönigskonzert auch darum, das Publikum gut und abwechslungsreich zu unterhalten. Darüber hinaus war jedoch nicht zu verkennen, dass man die Gelegenheit durchaus zu nutzen verstand, den augenblicklichen Leistungsstand dieses engagierten Musikvereines möglichst umfassend darzustellen. Dass dies gelang und honoriert wurde, zeigten der lange Beifall und der Ruf nach Zugaben am Ende des Konzertes.