„Perlen der Klassik“

Im Mittelpunkt der aktuellen Konzertreihe „Perlen der Klassik“ steht Mozarts Klavierwerk. Am Karsamstag hat man sowohl den Gewölbesaal verlassen, um in die Hospitalkapelle zuziehen, als auch den diesjährigen „Hauskomponisten“: auf dem Programm standen vier Flötensonaten von Johann Sebastian Bach.

Wenn von „Bachs Flötensonaten“ die Rede ist, muss man sich hin und wieder bewusst machen, dass ihre Autorenschaft nur teilweise gesichert ist. Auch von den vier Werken, die am Karsamstag aufgeführt wurden, weiß man nur im Falle der Sonate h-moll BWV 1040, dass sie von Bach komponiert wurde. Doch da sie allesamt von hoher Kunstfertigkeit und größtem musikalischen Reiz geprägt sind, kann man sie auch genießen und bewundern, ohne sich gleich Gedanken über den jeweiligen Autor zu machen.

Für die Aufführung in Lindau hatte Adelheid Krause-Pichler eine Traversflöte mitgebracht, als Duopartner der Flötistin konnte der Veranstalter den renommierten Cembalisten Armin Thalheim gewinnen. 

Das sichere und routinierte Zusammenspiel der beiden Künstler zeigte sich bereits in der einleitenden g-moll Sonate, die insbesondere im intimen Adagio von der schönen Raumatmosphäre profitierte. Die nachfolgende C-Dur Sonate – meist als Flöte-Solo-Stück – gespielt – stellt hohe Anforderungen an die Solistin. Obgleich Adelheid Krause-Pichler gewiss keinerlei technische Probleme hatte, zeigte sich jetzt doch auch ein Manko, das sich nahezu  über das ganze Konzert hinzog: eine gewisse Zurückhaltung und Temperamentlosigkeit ihres Spiels, was die Werke – vielleicht am wenigsten in der der großen h-moll Sonate am Schluss – etwas gleichförmig und uninspiriert klingen ließ. Ihr Partner, dem es gelang, den beschränkten Klangmöglichkeiten des Cembalos doch gewisse Abstufungen zu entlocken und die immer wieder faszinierenden Kompositionsstrukturen freizulegen, konnte diesen Gesamteindruck nur bedingt aufheben. 

So hatte die Entscheidung, dieses Konzert in den intimen, allerdings akustisch trockenen Raum der Hospitalkapelle zu verlegen, gewiss ihr Gutes. Dies umso mehr, als Hospitalleiter Volker Lukas in seinen Schlussworten Interessantes zu dessen Geschichte anzuführen wusste. Der Flötenklang allerdings wäre bei der gehörten Spielweise wohl besser im Gewölbesaal zur Geltung gekommen.