LINDAU – Die Zahl derer, die zur diesjährigen Mitgliederversammlung der Musikschule gekommen waren, ließ sich an einer Hand abzählen. Vielleicht lag es am sonnigen Wetter und den erwartungsgemäß guten Zahlen des Jahresberichts, die allenfalls von der bevorstehenden Schulgelderhöhung getrübt wurden.
Schulleiter Gerhard Kirchgatterer berichtete von einer erneuten Zunahme der Schülerzahl, die sich im Vergleich zum Vorjahr von 877 auf nunmehr 948 erhöht hat. Obwohl Auswärtige ein um rund 70 Prozent höheres Schulgeld bezahlen müssen, habe sich auch deren Zahl von 171 auf 177 erhöht.
In diesem Zusammenhang appellierte er nochmals an die benachbarten Gemeinden, sich finanziell und kulturell zusammenzuschließen, um die finanziell bedingte „Ausgrenzung“ der Schüler aus Nachbargemeinden zu überwinden.
Kirchgatterer machte deutlich, dass man bisher die Kosten im Griff hatte, die ein qualitätsbetonter Unterricht erfordere. Um aber die anspruchsvollen Ziele, die über erhöhtes Qualitätsmanagement und die Vernetzung untereinander überprüft und vorangetrieben würden, erreichen und halten zu können, reichten die bisherigen Mittel nicht aus. Dies betreffe auch den Popularbereich, in dem man sich gerne weiter entwickeln würde. Nicht zuletzt deshalb habe sich der Verwaltungsrat zu einer Schulgelderhöhung von 2,5 Prozent ab 2008 entschließen müssen.
Jugend reist nach Schottland
In seinem Überblick wies er auf die Vielzahl von Veranstaltungen, Sitzungen und Vorspielen hin, ebenso auf die erfolgreichen Platzierungen bei „Jugend musiziert.“ Auch Thomas Spieß konnte auf 35 Auftritte seiner Jugendkapelle mit 61 Aktiven verweisen; gleichzeitig gab er der Hoffnung Ausdruck, das Vororchester mit 53 Teilnehmern demnächst in wenigstens zwei unterschiedliche Leistungsgruppen aufzuteilen. Eine gewisse Sorge bereite ihm der bevorstehende Abgang von zehn Leistungsträgem innerhalb der Jugendkapelle, zeigte sich aber optimistisch, sie durch entsprechenden Nachwuchs ersetzen zu können. Als Höhepunkt dieses Jahres gilt die einwöchige Konzertreise nach Schottland, die nicht zuletzt durch das außergewöhnliche Engagement des Fördervereines und seiner Vorsitzenden Angelika Wölfle realisiert werden konnte.
Stadt trägt 41 Prozent
Kassenprüfer Stefan Zimmer erwähnte in seinem einstimmig entlasteten Bericht, dass die Stadt derzeit jeden Schüler mit 401 Euro bezuschusse und 87 Prozent der Einnahmen für die Personalkosten des unverändert gebliebenen Lehrerkollegiums verwendet würden. Vor diesem Hintergrund wurde auch der Haushaltsplan 2007 einstimmig genehmigt.
Bevor Angelika Rundel die Sitzung schloss, rief sie nochmals die derzeitige Zusammensetzung in Erinnerung, mit der der Musikschulbetrieb finanziert wird; danach tragen die Eltern mit 46 Prozent den Löwenanteil, gefolgt von der Stadt (41 Prozent), dem Freistaat (neun Prozent) und dem Landkreis (vier Prozent).