Saisonabschlußfest: Zeughausverein unterstreicht seine kulturelle Bedeutung

Vor Ende der Zeughaus-Saison am kommenden Sonntag gab’s noch einmal ein Fest, das manches Merkmal des bisherigen Programmes in sich trug: Viel Abwechslung, guter Besuch, großes Interesse. Nicht zuletzt sollte damit erneut an die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung appelliert werden.

LINDAU – Das gute Wetter hat es ermöglicht: Während sich der Untere Schrannenplatz nachmittags mehr und mehr füllte, konnte die Bühne im Inneren des Zeughauses bis in die Abendstunden für die verschiedenen Darbietungen genutzt werden. Freilich waren die Besucher zunächst von der Vielfalt des kulinarischen Angebots angelockt. Trotz üppigster Auswahl hieß es dann auch bald nach 18 Uhr: Nichts geht mehr. Die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer hat’s gefreut.

Der musikalische Einstieg erfolgte mit der elfköpfigen Musikgruppe um Claudius Marmon, deren Gitarren, Holzbläser, Streicher und Posaunen wieder einmal den Reiz mittelalterlicher Musik sowie solcher aus der Zeit der Renaissance zu vermitteln wußte. Einmal mehr erwies sich dabei das Zeughaus als geeigneter Ort gerade auch für solche Darbietungen.

Danach folgte der Höhepunkt für die zahlreichen Kinder samt vieler Eltern, die plötzlich von überallher ins Zeughaus strömten: „Lunetino“ stand auf dem Programm, jene zauberhafte Mondgeschichte, die die Lindauerin Helga Sauermann geschrieben hatte, und von der sich manches Kind nun schon zum drittenmal – nach zwei Aufführungen beim Stadtfest – in Bann schlagen ließ. Mit liebevoller Ausstattung, wirkungsvoller Beleuchtung und spürbarer Hingabe wurde das Stück vom „Podium 84“ gespielt und mit herzlichem Beifall belohnt.

Wolfgang Fauser mit seinem „Modern Jazz Trio“ – Keyboard, Kontrabaß und Gitarre – sorgte anschließend für musikalischen Kontrast; auch der kammermusikalische Jazz dieses Trios fand aufmerksame Zuhörer.

Volles Haus hatten dann „Die 4 und 1 Klavier“, die mit Hits vom Broadway begeisterten und erst nach zwei Zugaben entlassen wurden. Dem baßunterstützten Gesangsquartett um Pianist Stefan Schnell (und einem manchmal leider etwas zu lauten Schlagzeug) gelang es in kürzester Zeit, das Zeughaus in beste Laune zu versetzen und den Wunsch nach einem kompletten Konzertabend dieser Gruppe wach werden zu lassen.

So ging das diesjährige Zeughausfest in optimistischer Stimmung zu Ende. Innerhalb kürzester Zeit ist es diesem Verein gelungen, sich einen festen und anerkannten Platz im hiesigen Kulturleben zu sichern und somit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Attraktivität und Lebensqualität Lindaus zu leisten. Weiterhin wird der Verein aber auf finanzielle Unterstützung insbesondere derjenigen angewiesen bleiben, denen sein uneigennütziges Engagement auch deshalb zugute kommt, weil er den sogenannten Standortwert dieser Stadt nachhaltig beeinflußt.