Sabina Chukurova aus Tadzikistan war es vorbehalten, das erste Konzert auf „unserem eigenen Flügel“ zu spielen: Hospitalleiter Volker Lukas zeigte sich in seiner Begrüßung dankbar, dass jetzt durch das vielseitige finanzielle Engagement das Wunschinstrument erworben werden konnte.
Mit ausdifferenziertem Anschlag, enormer Gestaltungskraft und einem schier unerschöpflichen Reservoir an feinen Klangfarben schuf die Pianistin aus Mozarts Klavierwerken ein spannungsvolles, unerwartet abwechslungsreiches Konzert. Die Kompositionen des fünfjährigen Wunderkindes formte sie zu kostbaren Stücken, ohne sie zu überladen; in den Sonaten KV 279 und 280, aber auch den beiden Variationswerken, bewährte sich ihr beredtes Spiel, das die linke Hand nie zu polternder Bassarbeit missbrauchte. Fern jeder Beiläufigkeit, dabei den musikalischen Fluß und die Natürlichkeit des Vortrages stets im Auge behaltend, ist Sabina Chukurova offenbar prädestiniert, Mozarts vermeintlich unspektakuläre, oftmals aber überaus gehaltvolle Klaviermusik eindringlich zu gestalten. Ein würdiger „Einstand“ für den neuen Flügel, der sich bei Mozarts Musik offenbar ebenso wohl fühlte wie die Pianistin mit diesem Instrument. Die nachhaltig erklatschte Zugabe – Präludium und Fuge aus Bachs Wohltemperierten Klavier – schuf darüber hinaus Gewissheit, dass von diesem Flügel noch viel Erfreuliches erwartet werden darf.